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Sparkassencup Finale 2016: TV Askania Bernburg schlägt Staßfurt

TV Askania Bernburg - SV 09 Staßfurt 4:0 (2:0)

Das Oberliga-Team des TV Askania Bernburg verteidigte seinen Titel beim Sparkassencup auch im Jahr 2016.
Foto: Semlin

Staßfurt. Tobias Friebertshäuser hatte die Ruhe weg. Im Verlauf der ersten Halbzeit des Sparkassencup-Endspiels zwischen dem SV 09 Staßfurt und dem Titelverteidiger TV Askania Bernburg jonglierte der neue Innenverteidiger des Oberligisten zunächst den Ball zwei-, dreimal, um ihn dann über den Kopf hinweg aus der Gefahrenzone zu befördern.

Eine Szene, die das Geschehen über die gesamten 90 Minuten sehr gut wiedergab: Vor 364 Zuschauern im Staßfurter Stadion der Einheit präsentierten sich die Saalestädter äußerst souverän und machten beim 4:0-Erfolg durchaus auch den bestehenden Drei-Klassen-Unterschied deutlich.

„In die Karten gespielt“

Eine etwaige Überraschung, die nach dem 7:1-Sieg der 09er am Freitagabend im Halbfinale gegen den Landesklasse-Rivalen 1. FSV Nienburg und dem gleichzeitig nur knappen Weiterkommen der Askanen im Stadtduell mit dem SV Schwarz-Gelb (1:0) möglich schien, kam nicht zustande.

„Dabei hat uns natürlich auch das frühe Tor in die Karten gespielt“, sagte der Vorstand des Askania-Förderkreises Andreas Schulze, „Staßfurt haben wir aufgrund der vorhergegangenen Ergebnisse ohnehin nicht unterschätzt.“

Tom Fraus war es, der die Gäste bereits nach vier Minuten in Führung brachte. „Die ersten beiden Gegentreffer waren sehr schlecht für uns“, meinte Maximilian Moye, der erst im Sommer von der Reserve des TVA nach Staßfurt gewechselt war, „sowohl von der Entstehung als auch vom Zeitpunkt her betrachtet.“

Denn auch dem 2:0, das Marcus Schubert (30.) erzielte, ging ein Fehler der Hausherren voraus. „Der Vorsprung kam Bernburg mit seiner Feldüberlegenheit gelegen“, so Moye weiter, „hätten wir es länger offen gestalten können, wäre vielleicht mehr drin gewesen.“

Denn fortan diktierte, wie zu erwarten, der Oberligist das Geschehen und hielt den Ball über weite Strecken in den eigenen Reihen. Ähnlich fabrizierte es die Elf von Trainer Lucian Mihu auch schon im Aufeinandertreffen mit den Roschwitzern zwei Tage zuvor.

Jedoch fehlte da noch die nötige Treffsicherheit in der Offensive. „Will man dieses Turnier gewinnen, muss man seine Chancen nutzen“, sagte Andreas Schulze, „und das haben wir dieses Mal getan.“

Zwar blieb erneut die eine oder andere Gelegenheit ungenutzt - so trafen die Saalestädter beispielsweise noch dreimal das Aluminium - doch auch im zweiten Abschnitt konnte der Oberligist jubeln.

Zunächst schlug mit Max Kretschmer (66.) - nach Fraus - ein weiterer Neuzugang zu, ehe Mannschaftskapitän Mario Hesse mit seinem fünften Erfolgserlebnis im Wettbewerb den Endstand herstellte.

Hesse hatte die Binde im übrigen erst im Sommer von Michael Schmidt übernommen, da der langjährige Askane zu eben jenem SV 09 Staßfurt gewechselt war. Am Sonntag stand Schmidt aber nicht auf dem Platz.

So verriet er der Mitteldeutschen Zeitung bereits im Vorfeld der Finalspiele, dass er bei einer Begegnung mit den Bernburgern nicht auflaufen werde. „Das habe ich aus Respekt vor der Zeit, die ich bei diesem Verein verbracht habe, mit meinem neuen Trainer abgesprochen“, so der 31-Jährige. Dennoch standen bei den Gastgebern insgesamt vier Spieler in der Startelf, die eine Vergangenheit beim TVA besitzen.

Freier Montag als Belohnung

Genutzt hat es wenig, denn am Ende konnten wie schon so häufig in den vergangenen Jahren die Saalestädter triumphieren. Auch wenn die es bei der Feierei gemächlich angingen, glaubte Andreas Schulze, dass der Erfolg den Zusammenhalt der neu formierten Mannschaft weiter fördere.

Als Belohnung sprach unterdessen Übungsleiter Lucian Mihu einen trainingsfreien Montag aus. Im Anschluss gilt die volle Konzentration dem Liga-Auftakt am Sonntag gegen den Bischofswerdaer FV.

„Was die neue Spielzeit angeht, bin ich ziemlich optimistisch“, so Schulze, „denn im Sparkassencup konnten wir bereits spielerisch überzeugen, sind zum Beispiel immer wieder außen durchgebrochen, so wie wir es auch künftig sehen wollen.“ Doch bei allem Respekt vor starken Staßfurtern erwartet die Saalestädter gegen den BFV ein anderes Kaliber.

Möglicherweise wird Tobias Friebertshäuser dann auch auf solche Schmankerl wie nun bei der Generalprobe verzichten. Auch wenn der Innenverteidiger in Staßfurt schon zur Pause raus musste, könnte die Aufstellung Mihus ein Fingerzeig für den ersten Spieltag gewesen sein. Der Konkurrenzkampf lebt jedenfalls.

Statistik

SV 09 Staßfurt: Witte - Nagel, Stein (46. Unger), Lissek (64. Mähnert), Müller, Siegel, Jesse (26. Abresche), Moye, Kollmann, Stachowski, Horstmann (46. Stille), Trainer: Jens Liensdorf

TV Askania Bernburg: Baldauf - Fraus, Hesse, Kretschmer, Gilnics (58. Bäcker), Drachenberg (58. Wegener), Friebertshäuser (46. Wolschke), Salis, Schubert, Worbs, Weber, Trainer: Lucian Mihu

Tore: 0:1 Fraus (4.), 0:2 Schubert (30.), 0:3 Kretschmer (66.), 0:4 Hesse (72.)

Schiedsrichter: Maximilian Müller, Ralf Wondratschek, Erik Hunker

Zuschauer: 364

Gelbe Karten: Siegel, Kollmann, Horstmann, Gilnics

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung - Lokalsport Bernburg

01.08.2016

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