Sachsen-Anhalt-Pokal - Askania Bernburg verliert gegen Halberstadt
TV Askania Bernburg - VfB Germania Halberstadt 1:2 (1:1)
Bernburg. Es ist ein ewiges Streitthema. Hilft ein Trainerwechsel einer in Not geratenen Fußball-Mannschaft? Hilft er vielleicht nur kurz-, nicht aber langfristig?
Eine abschließende und richtige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Festzustellen ist aber, dass ein Trainerwechsel fast immer einen gewissen Effekt nach sich zieht.
Das war auch beim TV Askania Bernburg am vergangenen Sonnabend nicht anders. „Die Mannschaft hat die Reaktion gezeigt, die sie zeigen musste“, sagte Benjamin Lehmeier.
Der 26-Jährige hatte unter der Woche das Traineramt der Oberliga-Mannschaft von Lucian Mihu übernommen. Und am Sonnabend hatte er im Viertelfinale des Landespokals gegen den VfB Germania Halberstadt sein Debüt als Chef an der Seitenlinie gefeiert.
Lehmeier wollte danach weder von einem guten noch von einem schlechten Einstand sprechen.
Bernburg hat das Spiel gegen den Regionalliga-Absteiger und aktuellen Oberliga-Gegner mit 1:2 verloren und ist dadurch aus dem Landespokal ausgeschieden.
Benjamin Lehmeier war natürlich enttäuscht. Doch er war auch ein Stück weit zufrieden. Und zwar mit dem, was seine Mannschaft vor 147 Zuschauern auf dem Kunstrasen in der Sparkassen-Arena angeboten hatte.
Taktische Neuausrichtung bei Askania Bernburg
Lehmeier hatte schon in der vergangenen Woche angekündigt, künftig mutiger spielen zu wollen. Und auch, dafür das System zu ändern. Ob er das bereits gegen Halberstadt machen würde, ließ er allerdings noch offen.
Am Samstagnachmittag sah man dann aber tatsächlich eine Askania-Mannschaft, die in neuer taktischer Ausrichtung auf dem Feld stand. Benjamin Lehmeier stellte auf eine „pendelnde Fünferkette“, wie er es nennt, um.
Martin Salis verteidigte in einer Dreierkette im Zentrum, Kevin Wolschke halbrechts und Aleksejs Gilnics halblinks. Und je nach Spielsituation bekam diese Reihe Unterstützung von Vincent Dabel auf der rechten- oder Michael Schoon auf der linken Seite. „Ich finde“, so Lehmeier nach der Partie, „wir haben es gut gemacht.“
Bernburg konnte dadurch immer wieder Überzahlsituationen schaffen und Druck erzeugen. Das Team war zudem gut eingestellt auf das geradlinig angelegte Halberstädter Spiel.
Doch das vielleicht Entscheidendste: „Bernburg hat richtig gut gekämpft“, erkannte Patrick Schlegel. Dem ehemaligen Askania-Stürmer sollte noch eine besondere Rolle im Spiel zuteil werden, zunächst aber musste er mit ansehen, wie sein Team unter Druck geriet. „Wir hatten die erste halbe Stunde komplett im Griff“, fand Lehmeier.
Schlegel dreht die Partie
Und nachdem Mario Hesse in der Anfangsphase mit einem Kopfball noch am Gäste-Keeper gescheitert war, machte es der ehemalige Halberstädter Christopher Kullmann in der 30. Minute besser, als er eine Flanke von Tom Fraus von links am langen Pfosten einnickte.
Bernburgs Führung war verdient zu diesem Zeitpunkt, aber auch hart erarbeitet. „Das hat einige Energie gekostet“, sagte Lehmeier. Die Krux: Bernburgs Führung hielt nicht lange genug, um daraus weitere Kraft zu ziehen. Schon in der 37. Minute glich Schlegel aus. „Wir hatten es nicht einfach“, sagte er.
Im zweiten Abschnitt änderte sich das Bild ein wenig. Halberstadt wurde besser, das Spiel ausgeglichen. „Wir haben mehr zweite Bälle gewonnen“, sah Schlegel.
Auch, weil Bernburg mehr und mehr dem hohen Aufwand der ersten Hälfte Tribut zollen musste. „Uns haben am Ende einige Reserven gefehlt“, bemerkte auch Trainer Lehmeier.
Und so kam es, wie es kommen musste. Ausgerechnet - des Journalisten liebstes Wort - Ex-Askane Patrick Schlegel stocherte den Ball in einer etwas unübersichtlichen Situation zum 2:1-Sieg über die Linie. „Halberstadt hatte am Ende den längeren Atem und das nötige Glück“, sagte Benjamin Lehmeier.
Für Askania Bernburg war also im Viertelfinale des Landespokals Schluss. „Jetzt gucken wir nur nach vorne“, sagte Lehmeier. Kommenden Sonnabend ist der VFC Plauen in Bernburg zu Gast.
Askania steht in der Oberliga auf einem Abstiegsplatz. „Unseren guten Schwung müssen wir jetzt mitnehmen“, gab Lehmeier deshalb schon nach dem Pokal-Aus vor. „Dieser Auftritt soll keine Eintagsfliege bleiben.“
Alle Spiele im Sachsen-Anhalt-Pokal
Das zweite Duell zweier Oberligisten im Landespokal-Viertelfinale endete deutlich. Der FSV Barleben, derzeit auf Rang neun zu Hause, gewann mit 5:0 gegen den Vorletzten VfL Halle 96. Barleben erzielte dabei drei Treffer in den letzten zehn Minuten.
Der Hallesche FC hat am Sonnabend derweil erst das Achtelfinale erreicht und trifft dort auf den SV Westerhausen (Spieltermin offen). Seine Zweitrundenpartie gewann der HFC beim 1. FC Weißenfels souverän mit 3:0. Im möglichen Viertelfinale würde Oberligist Union Sandersdorf auf den Drittligisten warten.
Der zweite Drittligist, der 1. FC Magdeburg, schaffte dagegen bereits am Sonntag mit einem 4:0-Sieg über den aktuellen Oberliga-Dritten SV Merseburg 99 den Sprung unter die letzten Vier.