Askania Bernburg steht im Viertelfinale
1. FC Romonta Amsdorf - TV Askania Bernburg 0:2 n.V.
Amsdorf. Man kann ihm nicht nachsagen, dass er nicht alles versucht hätte. David Tretropp hat es wirklich versucht, hat alles herausgeholt. Doch es war einfach unmöglich. Als sich der Torwart des 1. FC Romonta Amsdorf im Landespokal-Achtelfinale gegen den TV Askania Bernburg in der 119. Minute aufmachte, Tom Fraus zu verfolgen, hatte das schon eine gewisse Prise Situationskomik.
Fraus ist schnell. Und am Sonntag lief er von der Mittellinie an mutterseelenallein auf das verwaiste Tor zu. Tretropp hinterher, mit gut 20 Metern Rückstand, völlig chancenlos, den Offensivmann einzuholen. Knapp 50 Meter hielt Tretropp durch, danach drehte er sich um, und schimpfte wie ein Rohrspatz. Tom Fraus traf derweil zum 2:0-Endstand.
Askania Bernburg hat am Sonntag das Viertelfinale des Landespokals erreicht. Musste allerdings, wie bereits in der letzten Runde bei der TSG Calbe (1:0; Anm. d. Red.) den kurzen Umweg Verlängerung nehmen. Was nach der ersten Hälfte ein Stück weit unnötig, am Ende aber doch glücklich war.
Doch der Reihe nach: In der ersten Halbzeit hat Bernburg nach einer kurzen Abtastphase ein gutes Spiel gezeigt. „Nach einer Viertelstunde haben wir es geschafft, immer wieder gute Bälle hinter die Abwehr zu spielen“, sagte Co-Trainer Benjamin Lehmeier, der Cheftrainer Lucian Mihu, der sich im Urlaub befand, vertrat. Die ersten großen Chancen hatten Oliver Drachenberg und Tom Fraus nach etwas mehr als 30 Minuten. Beide scheiterten im Eins-gegen-Eins an Tretropp. Wenige Minuten später traf erst Christopher Kullmann, dann Mario Hesse den Pfosten. „Wir hatten eigentlichen einen guten Schwung“, fand Lehmeier.
Umso schwerer fiel es ihm deshalb, eine Erklärung dafür zu finden, warum Bernburg in der zweiten Hälfte daran nicht anknüpfen konnte. „Amsdorf stand dann tiefer, damit sind wir nicht so klargekommen.“ Bernburg hatte Probleme, sich weitere Möglichkeiten zu erspielen - und Amsdorf wurde im Umkehrschluss mutiger. „Wir haben sie mit unseren Ballverlusten zu gefährlichen Situationen eingeladen“, beobachtete Lehmeier.
Der TVA, bei dem Verteidiger Tobias Friebertshäuser nach seiner Verletzungspause (muskuläre Probleme) sein Comeback feierte, geriet zunehmend unter Druck und hatte in der 90. Minute sogar das Glück auf seiner Seite, als ein Freistoß an den Pfosten ging.
In der Verlängerung traf Romonta Amsdorf noch zweimal den Pfosten. „Wir sind aber trotzdem bissig geblieben“, sagte Benjamin Lehmeier. Und Askania Bernburg wurde dafür belohnt. Weil Amsdorfs Torwart David Tretropp zur tragischen Figur wurde und in der 111. Minute völlig unnötig aus seinem Tor kam, den Ball allerdings nicht festhielt und Christopher Kullmann so zum 1:0 abstauben konnte. „Das war erlösend“, sagte Lehmeier. Tom Fraus machte letztlich den Deckel drauf.
Am Montag wird das Viertelfinale des Landespokals ausgelost. Und Co-Trainer Benjamin Lehmeier äußert stellvertretend für den TV Askania Bernburg hat einen Wunsch: „Schön wäre es, wenn wir einen Drittligisten bekommen.“