A-Junioren: Hallenlandesmeister 2016/17
Koop Askania-Einheit holt sich in letzter Sekunde den Turniersieg
Bernburg. 105 zahlende Zuschauer sahen diese Endrunde um die Landesmeisterschaft im Hallenfußball der A -Junioren. Und die sollten ihr Kommen nicht bereuen, denn nicht nur in der „Bruno -Hinz“ Sporthalle in Bernburg - in gewissen Vorschauen groß und breit angekündigt - bei der Endrunde um die NOFV Meisterschaft im Futsal gab es Spitzenfußball zu sehen, sondern auch in der Bernburger Sporthalle „Eichenweg“, in der die besten Nachwuchsteams von Sachsen-Anhalt um den Landesmeistertitel spielten.
Schließlich war mit den beiden souveränen Verbandsliga Spitzenreitern der Staffeln Nord (1.FC Lok Stendal) und Süd (VfB IMO Merseburg), sowie der SSV Gardelegen (4.) und der MSV Börde (5.) ebenfalls aus der Verbandsliga große Konkurrenz für die Jungs der KOOP Askania-Einheit Bernburg, dem TV Askania Bernburg, am Start. Das Sechserfeld vervollständigte die Spg. Jessen/Annaburg/Elster/Zahna.
Schon im ersten Spiel zeigten die Gardeleger eine technisch starke Leistung und agierten aus einer sicheren Abwehr heraus mit hervorragender Raumaufteilung. Das schlug sich in einem 2:0 Erfolg gegen die Mitfavoriten aus Merseburg nieder, obwohl IMO auch seine Akzente setzen konnte. Auch das zweite Turnierspiel bewies, dass der Spielklassenunterschied in der Halle oft nichts zu sagen hat. Dann war endlich Bernburg an der Reihe - Landesliga-Primus gegen Verbandsligaersten. Die Askanen nahmen schnell das Heft des Handelns in die Hand. Durch zwei Tore (2./7.) von Jan Eric Wasserberg, in dieser Saison Gastspieler vom SV Schwarz-Gelb Bernburg, führten die Askanen bereits mit 2:0, ehe die Stendaler etwas besser ins Spiel kamen, aber nur noch den Anschlusstreffer schafften. Ein optimaler Start für die Einheimischen, der die Mannschaft, aber auch die Bernburger auf den Rängen auf mehr hoffen ließ.
Nach einem Spiel Pause hieß der Gegner IMO Merseburg, der nach der Auftaktniederlage bereits in Zugzwang stand. Endsprechend engagiert gingen die Spieler aus dem Süden Sachsen-Anhalts zur Sache. Jetzt zeigten sie ihre Klasse -technisch sauberer Hallenfußball, hohes Tempo, schöne Kombinationen. Doch die Bernburger ließen sich davon nicht beeindrucken und hielten voll gegen. So konnte erneut Wasserberg, nach prima Zusammenspiel mit Hannes Bader, in der 4. Spielminute die Merseburger Führung aus der zweiten Spielminute ausgleichen. Jetzt schaukelte sich diese Begegnung zu einem echten Spitzenspiel hoch. Merseburg ging wieder in Führung (7.), doch der Bernburger Ausgleich folgte prompt per Kopfball nach Einkick. Schon wieder war Wasserberg der Schütze und nun überschlugen sich die Ereignisse, denn Kay Uwe Westphal hatte mittels direktem Freistoß die Bernburger Führung erzielt. IMO stand nun mit dem Rücken zur Wand und kämpfte, denn eine weitere Niederlage konnte man sich nicht leisten. Und 15 Sekunden vor Spielende hatte man es geschafft, bitter für Bernburg – der Ausgleich.
Die weiteren Spiele blieben spannend und relativ eng und ausgeglichen. Nur die Mannschaft der Spg. Jessen fiel nun leistungsmäßig etwas ab. So konnte sich kein Team vom übrigen Feld absetzen und man wusste bis zur Schlusssirene des letzten Spiel es nicht, wer nun der neue Hallenmeister wird. Vor diesem Spiel, das Askania gegen Jessen zu bestreiten hatte, führten Stendal und der MSV Börde mit jeweils 8 Punkten die Tabelle an und hatten damit ihre Medaille sicher –nur über die Farbe musste Spielnummer 15 entscheiden. Der TVA konnte, bei einem Sieg, ebenfalls auf 8 Punkte kommen, nachdem man sich zuvor ein weiteres Remis, sowie eine Niederlage geleistet hatte.
Wollten die Bernburg die Halle als Landesmeister verlassen, musste allerdings ein Sieg mit vier Toren Unterschied her. Unmöglich schön das nicht, gegen die zuvor stark abbauende Spielgemeinschaft. Bei Punktverlust dagegen, wäre die erhoffte Medaille für die Bernburger Jungs futsch gewesen. Die gesamte Halle schaute nun gebannt auf die entscheidende Partie. Die Askanen begannen nervös und machten Fehler und kamen zunächst nicht zum Zuge. Wasserberg war gut markiert und Jessen konnte so den Ball immer wieder erobern und sehr wirkungsvolle Gegenangriffe starten. Über die Stationen 1:0, 1:1 und 1:2 aus Bernburger Sicht kam jetzt Ewgeni Denisenkos beste Phase im Turnier. Mit zwei Treffern zum 3:2 gab er das Signal zu Aufholjagd. Noch drei Tore bis zum Titel, zur Medaille reichte es bei diesem Ergebnis schon. Celvin Lange konnte gar per Strafstoß (6m) auf 4:2 erhöhen. Alle Kräfte wurden noch einmal mobilisiert und das Unmögliche wurde tatsächlich noch war. Mit einer großartigen Einzelleistung erhöhte Wasserberg auf 5:2 und mit seinem achten Turniertreffer sogar noch auf den 6:2 Endstand -Landesmeister – großartig, Stendal und der MSV Börde auf den Plätzen. Und Jan Eric Wasserberg obendrein als „Bester Spieler und „Bester Torschütze“ gegehrt.
Und noch etwas ganz Besonderes und Historisches schaffte diese Bernburger Mannschaft. Nach den Hallenlandesmeistertiteln 2013/14 bei den C-Junioren und 2014/15 bei den B-Junioren nun der Titel bei den A-Junioren. Das ist wirklich nicht alltäglich und das haben noch nicht so viele Teams geschafft! Da kann man allen Beteiligten nur gratulieren.
Gratulieren kann man aber allen Mannschaften, die den Zuschauern nicht nur tollen auf hohen spielerischen Niveau stehenden Hallenfußball geboten haben, sondern auch eine große Fairness trotz dieser vielen engen Spiele, sodass die sehr guten Schiedsrichter meist ein leichtes Amtieren hatten.
Schön wäre es, würde ein solches Ereignis in Zukunft auch in eine Sportvorschau auf das Wochenende Eingang finden, zumal eine Bernburger Mannschaft am Start war. Dann müsste man nicht sagen, Landesmeister und nur ganz wenige Bernburger haben es mitbekommen.
Quelle: SV Einheit Bernburg - Homepage